Meine Augen sehen hinauf, an die Kante des Waldes, an den
Punkt, wo das letzte Tageslicht verlockend hinter den Baumspitzen
hervorzwinkert und zum letzten Mal an diesem Tage den Rand der Bäume gegen den
Abendhimmel absetzt. Zartblau ist jener kleiner Streifen Winterhimmel und
darüber hängt die Nacht. Schwarz und kalt und scheinbar unendlich. Gleich wird
der Mond wie eine Perle sein Angesicht Zentimeter für Zentimeter über die
Wipfel der Tannen hieven und das stille Tal stumm betrachten.
Die Straßenlaterne vor meinem Fenster leuchtet tapfer ihr
gelbes Licht hinaus in die Dunkelheit. Ihr Licht bescheint einladend den Baum,
der sich über die Jahre um sie geschmiegt hat und dessen Blätter sie jetzt
kleiden. Ganz oben, direkt unter der Leuchtfläche ist ein Spinnennetz gespannt.
Es sind einige Meter von meinem Fenster bis zu jener Laterne, aber ich kann bis
hier sehen, dass es zum Bersten voll ist mit Insekten. Immer wieder fliegen
kleine Fliegen oder Motten oder Mücken dort hinauf zum Licht und bleiben in den
Fäden der schlauen Spinne kleben. Weil sie am Licht lebt, hat sie immer genug.
Egal, ob es mal einen Tag weniger, oder mehr hat, ob es regnet, oder stürmt-
die Spinne kann sicher sein, dass das Licht sie mit seinem Schein versorgen
wird, das Netz stabil bleibt, da der Laternenpfahl nur minimal schwankt und sie
gleichzeitig noch unter dem Schirm der Lampe sitzt. Sie hat ausgesorgt und weiß
es vielleicht nicht mal.
Ich will jetzt nicht die übliche Leier anstimmen: „Wie ist
das mit uns …blabla“
Ich möchte einfach nur feststellen, dass wir, wenn wir ganz im Licht leben, so wie diese Spinne, und dort bleiben und nicht austesten müssen, ob nicht vielleicht das Nachbargebüsch doch attraktiver ist, als unser seltsam grauer Laternenmast, und darauf vertrauen, dass wir vom Licht mit allem Nötigen versorgt werden, dass wir dann wirklich versorgt sind. Ausgesorgt haben. Und dieses Spinne unter der Laterne würden wir als schlau bezeichnen- seien wir doch auch schlau!
Ich möchte einfach nur feststellen, dass wir, wenn wir ganz im Licht leben, so wie diese Spinne, und dort bleiben und nicht austesten müssen, ob nicht vielleicht das Nachbargebüsch doch attraktiver ist, als unser seltsam grauer Laternenmast, und darauf vertrauen, dass wir vom Licht mit allem Nötigen versorgt werden, dass wir dann wirklich versorgt sind. Ausgesorgt haben. Und dieses Spinne unter der Laterne würden wir als schlau bezeichnen- seien wir doch auch schlau!
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