Dienstag, 20. Oktober 2015

Ich hasse Staubsauger



Der Staubsauger, mit dem ich klarkomme, muss erst noch erfunden werden. Sogar das achsotolle Modell der Firma –naihrwisstschonwelche-, das meine Oma besitzt und mit dem ich mich Woche für Woche quälen muss, treibt mich zur Weißglut. Der Staubsauger ist immer da, wo ich ihn nicht haben will. Er ist unglaublich schwer, unpraktisch und als ich ihn zum ersten Mal bedient habe, fand ich nicht einmal den Einschaltknopf. Die halbe Maschine habe ich auseinander gebaut, bevor ich dann endlich mal den „START“ Knopf gefunden habe. Außerdem sind Staubsauger laut und hässlich, sie stinken und nehmen Platz in der Speisekammer weg. Mit ihren Kabeleinzugsvorrichtungen verpassen sie mir regelmäßig einen kleinen Peitschenschlag und wenn man nach getaner Arbeit schlussendlich das Biest wieder in seiner Nische verstauen will, kann man sicher sein, dass irgendein Teil noch lose ist und der Staubsauger regelrecht in seine Einzelteile zerfällt, wenn man ihn anhebt. Auch während man ihn für sich arbeiten lässt ist er einfach ganz und gar unpraktisch. Er steht immer da, wo man ihn nicht haben will, fährt immer in die falsche Richtung, wenn man an seinem Schlauch zieht und das Kabel ist grundsätzlich prädestiniert dazu, Stühle zu verrutschen, Blumentöpfe umzuschmeißen oder sich selbst ein Bein zu stellen. Das einzig Gute an diesen Höllenmaschinen ist, dass man ungestört aus vollem Hals singen kann während man sie bedient, ohne dass es jemand hören würde. Dachte ich zumindest immer.

Was kann ich also aus meiner Staubsaugeraversion lernen?
Bin ich nicht vielleicht manchmal der Staubsauger, der sich mit Schläuchen und Kabeln sträubt, seinen eigentlichen Zweck zu erfüllen? Schmeiße ich auf meinem Lebensweg nicht manchmal Dinge um, anstatt sie sauber zu machen? Bleibe ich nicht manchmal stehen, stehe mir selber im Weg oder verweigere von vornherein sowieso den Dienst?
Und wer fährt den störrischen Staubsauger meines Lebens? Der Richtige? Der, der es kann? Der, der den Staubsauger erfunden, geplant und in seinen Einzelteilen zusammengebaut hat und der sich freut, dass er da ist und funktioniert und manchmal auch genau das tut, was er soll, auch wenn er das die meiste Zeit nicht tut? Der, der dem Staubsauger die richtige Richtung gibt, der ihn funktionieren machen kann? Der, der ihn so fahren kann, dass er seinen Zweck erfüllt und niemanden verletzt und auch selbst nicht kaputt geht? Fährt der Oberstaubsaugerfabrikant meinen Staubsauger?
Wie gut, dass Gott so ein guter Staubsaugerbediener ist, wie meine Mama… Bei der sieht das nämlich kinderleicht aus und vielleicht sollte ich nicht nur den richtigen Staubsauger manchmal an den Profi abgeben

Sonntag, 18. Oktober 2015

Herbstsonne


Ich sitze vor einem wundervoll dampfenden Topf mit Nudeln. Neben mir steht eine Schüssel grünem Salat und vor mir, noch hinter meinem leeren Teller ist ein Topf mit Tomatensoße. Das wohl befriedigendste und zugleich einfachste Essen der Welt. Ich freue mich darauf, jetzt gleich, nach einem langen, anstrengenden Tag meinen Teller vollzuladen und es mir so richtig schmecken zu lassen.
Die Herbstsonne steht tief und scheint durch die Spitzengardinen meiner Oma, bei der ich lebe herein. Sie illuminiert mein Abendessen perfekt und macht es sogar noch ein bisschen schöner. Ein paar Staubteilchen tanzen mir um die Nase und der Dampf meiner Nudeln steigt auf den Sonnenstrahlen zur Zimmerdecke.
Gerade ist die Oma hereingekommen, ebenfalls mit ihrem Abendessen, das sie allerdings nicht bei mir am Tisch, sondern lieber auf dem Couchtisch hinter mir einnehmen will. Sie will fernsehen. Mit einem Lächeln sehe ich hinaus und lasse mir die Spätsommersonne ins Gesicht scheinen. Ich genieße diese, meine liebste Tageszeit, wenn die untergehende Sonne einige Stunden lang alles in Gold taucht.
„Machst du bitte mal das Rollo zu?“, kommt da eine Stimme von hinten. Völlig verwundert und fast ein bisschen entsetzt gehe ich zu einem der vielen Fenster im Raum und lasse die Lamellen ratternd herabfallen. Dann setze ich mich wieder.
„Im Herbst scheint die Sonne immer so falsch!“, sagt sie dann. Ich muss lachen. „Was heißt denn falsch, Frau Karl?“, entgegne ich. „Nuja eben so komisch“, murmelt sie und lässt sich ins Sofa plumpsen, soweit es ihre 94 Jahre zulassen.
Ich schmunzele noch ein bisschen vor mich hin und dann fällt mir ein, dass es Gott bestimmt auch oft so mit uns geht. Wir finden es komisch, mit dem Sex bis zur Ehe zu warten, wir finden es seltsam einen ganzen Tag in der Woche nicht erreichbar zu sein, wir finden es komisch, uns eine morgendliche Gewohnheit zuzulegen und anstatt die Tageszeitung beim Frühstück in den Kaffee zu tunken, einfach einmal ein bisschen in der Bibel schmökern und mit Gott reden, wir finden es komisch, wenn jemand bewusst aussucht, was für Bücher er liest und was für Filme er schaut und sich nicht alles reinziehen will, was geboten wird, wir finden das irgendwie falsch, irgendwie komisch.
Wir lassen die Jalousie unseres Geistes herunter und uns von grellbunter Massenunterhaltung bescheinen. Wir kneifen die Augen vor dem hellen Sonnenlicht zu und starren minutenlang ohne zu blinzeln auf die Mattscheibe. Wie wäre es denn, wenn wir unsere geistigen Rollläden mal hochziehen würden und uns vom Abendsonnenschein beglänzen ließen?
Wenn wir erkennen würden, dass Gottes Licht, das natürliche Licht, das, was er für uns erfunden und gebaut hat, seine Ideen und Anleitungen für unsere Planung, einfach das Schönste und Allerbeste sind, was man sich wünschen kann…dann könnten wir vielleicht mal die knallbunte, schreiende Lebensart, die die Seele aufkratzt und den Verstand benebelt ausschalten und uns ganz in das himmlische Gold des göttlichen Willens tauchen.

Samstag, 17. Oktober 2015

Leben im Licht



Meine Augen sehen hinauf, an die Kante des Waldes, an den Punkt, wo das letzte Tageslicht verlockend hinter den Baumspitzen hervorzwinkert und zum letzten Mal an diesem Tage den Rand der Bäume gegen den Abendhimmel absetzt. Zartblau ist jener kleiner Streifen Winterhimmel und darüber hängt die Nacht. Schwarz und kalt und scheinbar unendlich. Gleich wird der Mond wie eine Perle sein Angesicht Zentimeter für Zentimeter über die Wipfel der Tannen hieven und das stille Tal stumm betrachten.
Die Straßenlaterne vor meinem Fenster leuchtet tapfer ihr gelbes Licht hinaus in die Dunkelheit. Ihr Licht bescheint einladend den Baum, der sich über die Jahre um sie geschmiegt hat und dessen Blätter sie jetzt kleiden. Ganz oben, direkt unter der Leuchtfläche ist ein Spinnennetz gespannt. Es sind einige Meter von meinem Fenster bis zu jener Laterne, aber ich kann bis hier sehen, dass es zum Bersten voll ist mit Insekten. Immer wieder fliegen kleine Fliegen oder Motten oder Mücken dort hinauf zum Licht und bleiben in den Fäden der schlauen Spinne kleben. Weil sie am Licht lebt, hat sie immer genug. Egal, ob es mal einen Tag weniger, oder mehr hat, ob es regnet, oder stürmt- die Spinne kann sicher sein, dass das Licht sie mit seinem Schein versorgen wird, das Netz stabil bleibt, da der Laternenpfahl nur minimal schwankt und sie gleichzeitig noch unter dem Schirm der Lampe sitzt. Sie hat ausgesorgt und weiß es vielleicht nicht mal.
Ich will jetzt nicht die übliche Leier anstimmen: „Wie ist das mit uns …blabla“
Ich möchte einfach nur feststellen, dass wir, wenn wir ganz im Licht leben, so wie diese Spinne, und dort bleiben und nicht austesten müssen, ob nicht vielleicht das Nachbargebüsch doch attraktiver ist, als unser seltsam grauer Laternenmast, und darauf vertrauen, dass wir vom Licht mit allem Nötigen versorgt werden, dass wir dann wirklich versorgt sind. Ausgesorgt haben. Und dieses Spinne unter der Laterne würden wir als schlau bezeichnen- seien wir doch auch schlau!

Freitag, 16. Oktober 2015

Sonnenuntergang



Die Omi sieht fern. Wie jeden einzelnen Abend. Sie kennt das Fernsehprogramm der ganzen Woche auf ihren drei Standardsendern auswendig und schaut trotzdem jeden Morgen ins Programmheft. Ich habe sie unwahrscheinlich gerne, meine Omi. Seit einer Woche lebe ich nun schon bei ihr und bin an jedem Tag noch ein bisschen froher, hier zu sein. Das Projekt heißt „Wohnen für Hilfe“ und folgt dem Leitgedanken, dass ein Student bei einem Senior, einer alleinerziehenden Familie, einem behinderten Menschen, oder einer sonstwie hilfsbedürftigen Person lebt, keine oder nur sehr wenig Miete bezahlen muss und dafür eine feste Stundenanzahl Hilfeleistungen im Monat erbringt. 

Mein Job ist also immer wieder abends, der Omi beim Fernsehen Gesellschaft zu leisten, damit sie nicht so allein ist. Seit Jahren habe ich schon nicht mehr Fern gesehen und nun zum ersten Mal seit langem. Mein Blick schweift immer wieder von der Mattscheibe ab, hinaus in die Natur, wo die Sonne gerade mit einem spektakulären Farbakkord, die Lichtsinfonie des heutigen Tages vollendet. Morgen spielt sie wieder. Meine Augen wandern draußen herum und bleiben plötzlich fasziniert an einem sehr alten, sehr grauen und sehr baufälligen Haus schräg gegenüber hängen.
Die Fenster des Hauses leuchten in einem unnatürlich warmen, bronzefarbenen Licht aus dem steingrau der Hausfassade heraus. Es sieht aus, als hätte jemand im Inneren ein Licht angezündet, das durch alle Räume, zu allen Fenstern heraus strahlt.
Im ersten Moment frage ich mich, ob das Haus nur einen einzigen großen Raum hat, oder ob es sein kann, dass in allen Zimmern dieselben Lampen angezündet wurden, doch dann geht mir ein Licht auf.

Die Fenster spiegeln nur die untergehende Sonne wieder. Ihr Licht ist unverwechselbar. Es ist viel heller, als jede andere Lampe aus irgendeinem Haus leuchten könnte. Es nährt die Seele. Es ist so schön, dass man nicht anders kann, als hinzusehen und sich zu wünschen, das auch im eigenen Fenster zu haben. Und obwohl einige Fenster rechteckig sind, andere rund, wieder andere etwas schief in ihrer Grundform, so leuchtet aus ihnen allen dieses herrliche Licht. Sie haben es hereingelassen und dürfen jetzt dieses große Feuer, diesen Glanz widerspiegeln und in die Nachbarschaft hinausstrahlen. Egal, wie alt und marode sie sein mögen- die Sonne macht sie zu etwas Besonderem.

Die Übertragung ist nicht schwer, nicht wahr?
Und doch findet man es in dem Moment, in dem einem der Gedanke kommt, immer unglaublich, solche einen Einfall gehabt zu haben. Man kann gar nicht fassen, wie deutlich die Wahrheit auf der Straße liegt und wie blind man gewesen sein muss, dass einem das noch nie aufgefallen ist…
Wir sind die Fenster, Jesus unsere Sonne. Und jetzt einfach nochmal lesen und die Begriffe austauschen… ;-)

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Immanuel- Gott ist mit uns


Warum noch ein christlicher Blog? Warum noch mehr Andachtsgedanken in die Welt setzen?
Warum noch mehr schreiben, was man dann mühsamst lesen muss und vielleicht sogar behalten soll? Wozu?

Nicht unbedingt, damit Du noch etwas lesen musst am Morgen. Nicht etwas, das Du schnell noch zwischen Müslischüssel und Autoschlüssel hineinquetschen musst. Nicht, damit Du den ganzen Tag den Gedanken bewegst, den ich hier impulsweise gebe, nicht, damit Du Deine Augen noch einen Schritt weiter Richtung Lesebrille schickst- sondern damit Du die Augen aufmachst.
Immanuel- Gott ist mit uns. Wie genial ist das denn? Gott nennt sich selbst so, wie er möchte, dass wir über ihn denken, damit wenn wir an ihn denken und seinen Namen nennen, das erste, was uns zu ihm einfällt: „Er ist bei mir!“ ist. Das ist ungefähr so, als würde meine Mama nicht „Mama“ heißen, sondern Liebe, oder Lecker, oder Sauber und jedes Mal, wenn ich sie rufe, würde ich daran erinnert, dass sie mich unglaublich lieb hat, oder das leckerste Essen überhaupt kocht oder die strikteste Ordnung, die ich kenne aufrechterhält. Und sehe ich das jeden Tag?
Irgendwie eher nicht. Und genau DAS ist der Sinn dieses Blogs- Du musst Dir nichts merken, kein einziges Wort von dem, was ich schreibe- bedenke nur das eine: Mach die Augen auf und denke über das, was Du siehst nach!

Wo kann ich Gott in meinem Alltag sehen? Und jetzt meine ich nicht solche Sachen wie- ich habe meinen Schlüssel verlegt und finde ihn wieder- Danke Gott (auch wenn das durchaus tolle Erfahrungen sind)- sondern ich meine, welche Momente kann man auch geistlich interpretieren? Die Schüssel am Schlüsselbund hängen alle am selben Ring? Super- in der Gemeinde sollten wir auch alle optimalerweise am selben Ring, nämlich an Jesus hängen. Die Flasche Mineralwasser war so spritzig, dass die halbe Küche nass ist? Lebendiges Wasser kann über eine weite Entfernung hinweg anstecken und benetzen! Oder Dein Kind hat einen hübschen Grasfleck auf der Hose mitgebracht? Jesu Blut wäscht alle Flecken weg (und hoffentlich Dein Waschmittel auch…)
Verstehst Du, was ich meine? 

Wenn Du das schaffst, in Deinem Leben umzusetzen, dann wird jeder einzelne Tag zum reinsten Andachtsbuch! So verbindest Du Dich immer wieder mit dem Chef, Du gewinnst eine himmlische Perspektive auf die Geschehnisse deines täglichen Lebens und vielleicht kannst Du das ja sogar noch weitergeben!

Ich würde mich freuen, wenn Du es ausprobierst! Was Du damit erlebt hast, kannst Du mir gern schreiben und vielleicht nehme ich es ja auch hier in meinen Blog auf! Und bis dahin schreibe ich eben selbst, was Gott für alltägliche Sachen in meinem Leben macht, damit ich nachdenken kann!
Probier es aus- dann kannst Du diesem Blog hier bald wieder Lebewohl sagen! ;-)

Ganz viel Segen Dir dabei und ich bete, dass Du es schaffst! (Im Ernst jetzt!)